»Ich werde etwas mit der Sprache machen«

Lesung, Gespräch und Performance mit Nora Gomringer, Martina Hefter, Kerstin Preiwuß und Gregor Sander
Moderation: Thorsten Ahrend (Wallstein Verlag)

Zwei Autoren aus dem Süddeutschen treffen auf zwei Autoren aus dem Norddeutschen - was ergibt das? Einen Längsschnitt durch die deutsche Gegenwartsliteratur? Vielleicht. Die Lyrikerinnen Nora Gomringer, Martina Hefter und Kerstin Preiwuß verbindet ihr Hang zur Performance, zum künstlerischen Vortrag, der ihren an sich schon kunstvollen Texten zusätzlich Rückenwind verleiht. Ebenso kunstvoll ist die Prosa von Gregor Sander, dessen Erzählungen so lakonisch wie präzise von Menschen berichten, die unterwegs und zugleich in ihren Schicksalen gefangen sind. Alles in allem ein Abend, in dessen Mittelpunkt stehen soll, woraus gute Literatur gemacht ist: die Sprache.

Nora Gomringer, geboren 1980, aufgewachsen in Franken, lebte u.a. in den USA, wo sie enge Kontakte zur Performance-Poesie-Szene pflegte, und war Gast zahlreicher Poesiefestivals im In- und Ausland. Seit 2010 leitet sie das Bamberger Künstlerhaus Villa Concordia. Ihre Bücher erscheinen bei Voland & Quist.
Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt in Leipzig. Sie studierte und lehrte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Neben ihrer literarischen Arbeit beschäftigt sie sich mit performativen Projekten an der Schnittstelle von Text und Bewegung. Ihr Gedichtband »Nach den Diskotheken« erschien 2010 bei kookbooks.
Kerstin Preiwuß wurde 1980 in Lübz geboren. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie in Leipzig und Aix-en-Provence. Im März erscheint ihr zweiter Gedichtband »Rede« im Suhrkamp Verlag.
Gregor Sander, geboren 1968 in Schwerin, studierte Medizin und Germanistik. Nach dem Besuch der Berliner Journalistenschule lebt er als freier Autor in Berlin. Er veröffentlicht im Wallstein Verlag.

Eintritt: 4,-/3,- EUR. Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig und der Literaturzeitschrift EDIT

Wasserperlvorhänge«

Künstlerinnengespräch mit Ricarda Hoop

In ihrer Arbeit beobachtet und reflektiert Ricarda Hoop mittels Malerei/Zeichnung Orte, an denen die Menschen abwesend sind. Dabei interessiert sie sich für die hinterlassenen Spuren, die kaum sichtbar sind. So beleuchtet sie mannigfaltige Aspekte und Eindrücke und stellt diese in einer Gruppe unterschiedlicher Bilder mit verschiedenen Formaten, Maloberflächen und Malstilen nebeneinander.

Veranstaltung der GEDOK, Gruppe Leipzig/Sachsen e.V.

Jens Sparschuh liest aus »Im Kasten« (Kiepenheuer & Witsch 2012).
Moderation: Ulf Heise

Hannes Felix ist seine Frau los: Monika kann sein sprödes Verhalten nicht mehr ertragen und packt ihren Koffer - leider völlig falsch. Sein Versuch, Ordnung in den wüsten Kofferinhalt zu bringen, gibt ihr den Rest und ihm die Gelegenheit, seine Vision von der optimalen Ordnung des Lebens künftig ganz ungestört umzusetzen. Jens Sparschuh erzählt von einem obsessiven Charakter und einem kollektiven Phänomen mit hohem Wiedererkennungseffekt: der Beschäftigung mit Strategien, das Leben und die Dinge effizient zu ordnen. Bei »Noah« ist sein Held an der richtigen Adresse. Die unausgelastete Firma für Neue Optimierte Auslagerungs- und Haushaltsordnungssysteme hat ihn mit großen Hoffnungen eingestellt, aber seine Ideen zur Ankurbelung des Geschäfts nehmen immer groteskere und komischere Züge an. Rückblenden in Felix Kindheit und seine beruflichen Anfänge liefern Einblicke in die subtilen Mechanismen, die diese komplexe Psyche formten. Und das Vorhaben, den Firmensitz von der städtischen Peripherie ins Zentrum zu verlegen und dafür endlich den Neubau des Berliner Stadtschlosses zu stoppen, entwickelt eine unheimliche Sogwirkung.

Jens Sparschuh, 1955 in Chemnitz geboren, ist Schriftsteller und promovierter Philosoph. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Hörspielen und sieben Kinderbücher.

Eintritt: 3,-/2,- EUR. Reservierung unter Tel. 0341/9954 134. Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig und des Verlages Kiepenheuer & Witsch
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